Der Kommentar: Kann man heute davon ausgehen, mit wenig Risiko eine Anlagerendite von mehr als 4 Prozent zu erzielen? Wohl kaum. Die Zinsen sind im Keller, die Aktienbörsen kommen angesichts der weltweiten Unsicherheit nicht vom Fleck, und die Immobilienpreise sind in der Schweiz bereits so stark angestiegen, dass man lieber nicht auf weitere Preissteigerungen setzt. Genau das tun aber Pensionskassen, die weiterhin mit einem technischen Zinssatz von 4 Prozent rechnen. Sie handeln nach dem Prinzip Hoffnung.

Die Pensionskassen finanzieren die Renten ihrer Pensionierten schon lange nicht mehr nur aus dem Kapital, das diese einst einbezahlt haben. Sondern sie verwenden dazu das Geld, das die Jungen für ihre eigenen Renten einzahlen. So war das nicht gedacht. Anders als bei der AHV sollte bei der Pensionskasse jeder für sich selber sparen.

Bei den öffentlich-rechtlichen Pensionskassen wurden in vielen Kantonen zu hohe Versprechen abgegeben.
Daher die grossen Fehlbeträge. Wer für diese Deckungslücken aufkommen muss, ist letztlich eine politische Frage, über die man lange streiten kann. Auch die Frage, ob eine Kasse mit Staatsgarantie voll ausfinanziert sein müsse, kann man stellen. Das Parlament hat seine Antwort darauf gegeben, indem es solchen Kassen eine Deckung von mindestens 80 Prozent vorschreibt.

Eines aber ist klar: Wegschauen bringt nichts. Mit zu optimistischen Zahlen zu rechnen nützt weder den Versicherten noch dem Staat. Die Kassen sollten ihre Berechnungen nüchtern vornehmen und den Betroffenen reinen Wein einschenken. Denn ohne Fakten ist auch keine Diskussion möglich.

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