Zugleich schrieb ich in den letzten Jahren zwei Dutzend Artikel über die Zuwanderung von Deutschen, auch kritische. Einer aus dem Jahr 2004 trägt den Titel: «Deutsche schicken Arbeitslose in die Schweiz.»

Vorgestern Freitag verbreitete die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus ein Communiqué mit der Überschrift: «Fremdenfeindlichkeit gegen Deutsche.» Schuld daran seien die Printmedien, die «Gehässigkeiten» fördern würden. «Ungehemmt werden stereotype Negativbilder des ‹hässlichen Deutschen› verbreitet.»

Das Communiqué kam zehn Tage nach den Indianer- und Kavallerie-Vergleichen von Finanzminister Steinbrück. Und zwei Tage nach den Aussagen eines (deutschen!) Wirtschaftsethikers der St. Galler HSG, die er in Berlin vor Bundestagsabgeordneten gemacht hatte: Den Schweizern fehle beim Bankgeheimnis das Unrechtsbewusstsein.

Der deutsche Finanzminister darf endlos auf die kleine Schweiz einpeitschen. Ein deutscher Dozent, der seinen Lohn von einer Schweizer Universität bekommt, darf unser Land in Berlin ungestraft anschwärzen – er beruft sich auf die Meinungsfreiheit. Und unsere Presse soll dazu nichts Kritisches sagen dürfen? Diese Anti-Rassismus-Kommission ist von allen guten Geistern verlassen.

Ich kenne eine Familie aus dem Kosovo, die seit Jahren hier lebt und eingebürgert ist. Sie ist muslimisch und sucht derzeit in der Region Baden eine Wohnung. Vergebens. Ein Vermieter sagte am Telefon unverblümt: «Wir nehmen keine Muslime.»

DAs ist ein Problem, dem sich die Kommission annehmen sollte. Ein weiteres ist der latente Antisemitismus. Darum sollte sich die Kommission gegen Rassismus kümmern. Sonst ist sie so überflüssig wie ihr Communiqué.