Dieses Jahr ist es anders. Erstmals seit den Jugoslawienkriegen herrscht wieder ein militärischer Konflikt in Europa. Russlands Präsident Putin hat diese Woche in einer pompösen TV-Show zugegeben, dass es russische Soldaten waren, die auf der Krim für «Ordnung» sorgten – die Militärintervention stand am Anfang der Annexion der ukrainischen Halbinsel durch Russland.

Gestern folgte – wieder in einem TV-Interview – ein weiteres Eingeständnis: Putin räumte ein, seine Truppen an der ukrainischen Ostgrenze verstärkt zu haben. Davor hatte der Kreml genau das bestritten. Die Aussenminister-Konferenz von Genf wurde an Gründonnerstag noch als Durchbruch gefeiert, doch die prorussischen Separatisten in der Ostukraine halten sich nicht an die Beschlüsse: Weder geben sie ihre Waffen ab, noch ziehen sie sich aus den besetzten Verwaltungsgebäuden zurück. Die Lage bleibt explosiv.

Der Konflikt in Osteuropa, von dem man noch vor zwei Monaten nichts ahnte, beginnt nach und nach auch die Schweizer Politik zu dominieren. Die Befürworter des Kampfjets Gripen nutzen ihn als Argument für ihre Kampagne – in einem Monat stimmt das Schweizervolk ab. Und linke Politiker sehen einen «Stresstest» für die Neutralität: Sie fürchten, die Schweiz werde international gewaltig unter Druck kommen, weil die russische Elite Milliarden auf den hiesigen Banken lagere.

Ostern 2014 erinnert uns daran, dass Friede und politische Stabilität auch im Europa des 21. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeiten sind.

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