Die real existierende Schweiz sieht zur Jahreswende so aus: In den Skigebieten heisst es Schlange stehen. Der Detailhandel meldet wider Erwarten ein positives Weihnachtsgeschäft. Die Uhrenexporte sprengen alle Rekorde. Und gestern war in den Zeitungen von einer neuen EU-Studie zu lesen, wonach die Schweiz immer reicher wird – pro Kopf ist das Bruttoinlandprodukt 47 Prozent höher als in der EU.

Wir sind ganz gut durchs «Krisenjahr» 2011 gekommen, und auch fürs neue Jahr siehts nicht schlecht aus. So zeigt unsere Job-Umfrage: Es gibt sie, die Firmen, die Stellen schaffen. Swatch, Swiss und die SBB gehen voran, mit zusammen 1300 neuen Arbeitsplätzen. Das kontrastiert mit den Abbaumeldungen der letzten Monate, die grosse Schlagzeilen machten.

Die Arbeitslosigkeit wird, allen Schwarzmalern zum Trotz, 2012 wohl nur leicht ansteigen, und besonders erfreulich: Die Rezession, in der wir zurzeit stecken, ist laut der ETH-Konjunkturforschungsstelle im zweiten Quartal schon wieder vorbei. Zudem werden die Löhne real leicht ansteigen. Natürlich haben wir auch hierzulande grosse Probleme zu lösen, darüber wurde oft genug berichtet. Aber ist schon ein Schönredner, wer jetzt mal feststellt: Das Glas ist halb voll?

Es gibt ein treffendes Bonmot des britischen Labour-Politikers Harold Wilson, der im letzten Jahrhundert zweimal Premierminister war. «Ich bin ein Optimist, aber ein Optimist, der einen Regenmantel dabei hat», pflegte er zu sagen. Vielleicht ist das die richtige Einstellung für 2012. Ganz in diesem Sinn analysiert auch die neue Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf die Lage der Schweiz.

Ich wünsche Ihnen ein glückliches neues Jahr!

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