Die Verheissungen der Digitalisierung durchzucken nun auch die Politik. Parteien, Verbände. Die unterschiedlichsten Interessensgruppen fürchten um ihren Einfluss und stellen Spezialisten ein, die sie in die sozialmediale Jetztzeit katapultieren sollen. Sie erstellen Datenbanken, belegen Snapchat-Kurse und entwickeln smarte Softwarewerkzeuge, um Wählergrüppchen erreichen zu können, die längst ins digitale Nirwana abgewandert sind.

Das Schockerlebnis für das Polit-Establishment war der fulminante Erfolg der DSI-Nein-Kampagne. Es war damals viel von der «Zivilgesellschaft» die Rede, die es geschafft hatte, die Grossmeisterin der politischen Propaganda schachmatt zu setzen. Die Zivilgesellschaft sind hochprofessionell organisierte Gruppierungen, die exzellent mobilisieren und per Mausklick Meinungen und Stimmungen im Land beeinflussen können.

Ist das das Ende der traditionellen Partien? Online ist gut und recht. Doch eben auch nur ein Kanal wie viel andere auch. Online ist nicht die Botschaft. Einer schlechten Botschaft kann auch die ausgeklügeltste Medien-Maschinerie nicht zum Sieg verhelfen. Gute Botschaften, die Menschen begeistern, brauchen künftige Sieger. Wenn die traditionellen Parteien sich die neuen Mechanismen des Polit-Marketings aneignen, werden sie auch in Zukunft ihre Wähler finden.

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