Dienstagabend «Menschen bei Maischberger», zu Gast: Winkelried Roger Köppel. Mittwoch, Titelschlagzeile der «Süddeutschen»: «Steuerabkommen gilt als gescheitert». Mittwochabend, U-Bahn-Bildschirme: «Schwarzgeld-Abkommen gescheitert!». Donnerstagabend, der Taxifahrer: «Ihr hattets gemütlicher nur mit Diktatorengeldern, wa?» Freitagnacht, an der Bar, rülpsend: «Schweiz und Schwein trennen was? Ein Buchstabe!»

Dazwischen immer wieder mal die «Swiss Miss Bank Account», die in einem US-Wahlkampfspot auftaucht, «from Ostermundigen, Switzerland», Steuerberaterin für «offshore bank accounts at UBS in Geneva». Bei ZDF-»heute nacht» wird sie als «geldgierig, kriminell, skrupellos» vorgestellt. Irgendwann getraut man sich kaum noch, bei «Spiegel Online» vorbeizuschauen. Aus der Ferne fallen drei Dinge auf: 1. Vom Imageproblem der Schweiz ist jetzt selbst Ostermundigen betroffen. 2. Schweizer Bundesräte gibts sieben, Köppel nur einen, aber man sieht trotzdem nur ihn. 3. Was macht eigentlich «Präsenz Schweiz» gerade?

Als Ausgleich zu den deutschen Medien empfiehlt sich täglich mehrmals das jüngste Interview mit «Präsenz Schweiz»-Chef Nicolas Bideau in der «Tribune de Genève» zu lesen: «Das Image der Schweiz ist sehr gut», «Das Image der Schweiz ist ...». Ich wusste nicht, dass «Präsenz Schweiz» für die Aufhübschung der Schweiz in der Schweiz zuständig ist. Welche Bundesstelle kümmert sich um den Rest der Welt?

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