Der Kommentar: Bundesrat Alain Berset beschwört die Deutschschweiz mit grossen Worten: Auf dem Spiel steht nicht weniger als der nationale Zusammenhalt. Dabei geht es nur darum, ob Französisch in der 5. Klasse oder erst in der 7. Klasse gelehrt wird. Man möchte fast sagen: relax, take it easy. In einem hat Berset allerdings recht. Die Sprache ist tatsächlich entscheidend für ein Gemeinschaftsgefühl, aber nicht die «eine» Sprache. Englisch kann dies genauso gut wie Französisch oder Deutsch, wahrscheinlich noch besser.

To proof my point, I continue in English. It might not be perfect but I am sure most readers in the German or the French speaking part are able to follow me effortlessly. I do not wish to offend anybody but I am not so sure this would still be the case in French. It would be agony, at least for me. And I have learned French throughout middle school. A genuine connection to another person is more easily made when both parties make one step towards one another, not insist on their own language.

Es geht mir nicht darum, Französisch aus der Primarschule zu verbannen. Kinder profitieren von einer zweiten Fremdsprache, wie eine Analyse von 7000 Studien aus 10 Ländern ergeben hat. Überfordert sind sie nicht, dieses Argument ist wissenschaftlich nicht belegt. Mir geht es darum, Französisch oder Deutsch nicht zum Allheilmittel des Landeszusammenhalts zu erklären. Wenn das der Fall wäre, müssten wir uns den Deutschen viel näher fühlen als den Menschen in der Westschweiz und dem Tessin. Ich bezweifle, das dies der Fall ist. Entscheidend für den Zusammenhalt ist nicht Französisch, Deutsch oder Italienisch. Sondern die Verständigung – egal in welcher Sprache.

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