Aber nicht bei allen Anlegern kommt Freude auf. Das grösste Debakel hat sich in Arbonia-Forster-Papieren abgespielt. Zur Einspielung ein paar Details: Die Aktie notierte vor Jahresfrist noch bei über 300 Franken. Heute, nach einer mühsam durchgezogenen Kapitalerhöhung, gilt die Aktie gerade noch 14 Franken. Auch wenn ich die Anrechte der Kapitalerhöhung mit einrechne, kann ich nur festhalten: Die Aktie hat im Jahresvergleich mehr als vier Fünftel ihres Wertes verloren. Sie ist zu einem Kellerkind mutiert.

Grossaktionär Edgar Oehler regierte die Patchwork-Gruppe Arbonia Forster wie ein Zar. So war auch sein Auftritt gegenüber den Banken bis in dieser Woche. Aufgeplustert auf 2 Meter Länge sei er zur Krisensitzung reingekommen, auf 1,50 Meter gekürzt wieder rausgegangen. Die Vertreter der UBS und der Credit Suisse haben den Arbonia-Alleinherrscher Oehler «stehend erschossen», wie ein Beteiligter erzählt. Die milder gestimmten Abgesandten der Thurgauer Kantonalbank konnten ihn nicht retten.

Bislang war Oehlers Wort Gesetz. Und er liess sich seinen Thron auch vergolden. Noch im letzten Jahr empfing er über 4,5 Millionen Franken. Damit die fürs Überleben der Arbonia Forster notwendige Kapitalerhöhung durchging, muss Oehler nun mit seinem eigenen Vermögen geradestehen. Das Bankensyndikat nötigte ihn, wacker zu zeichnen, mit all seinen Bezugsrechten. Die Restprozente, die trotzdem liegen geblieben waren, musste die Firmengruppe in den Eigenbestand nehmen.

Der Wurm war schon lange in der Arbonia-Gruppe. Zu wild die oft planlosen Zukäufe, die nur auf Wachstum ausgerichtet waren. In den letzten Wochen zogen die Banken die Notbremse: Die vorgesehene Dividende wurde gestrichen, Oehler muss sich noch in diesem Jahr aufs VR-Präsidium zurückziehen und die Einheitsaktie schaffen.

Damit muss Oehler die Mehrheit abgeben, er wird dann nur noch rund gerade 20 Prozent des Konzerns besitzen. Und als ob der Schmach nicht genug wäre: Er darf seinen Nachfolger nicht selber suchen. Nur mit diesem eisernen Besen glauben die Banken, dass Arbonia Forster die Kurve kriegen kann. Dann trifft der Seufzer eines involvierten Bankers wohl zu: «Noch einmal Schwein gehabt.»