Bemerkenswert isT, wie die beiden Zürcher Zeitungen mit diesem Hinweis umgingen. «Plagiatsvorwurf gegen Doris Fiala», vermeldete der «Tages-Anzeiger» am Dienstag nüchtern in einer Spalte. Die NZZ dagegen widmete Fiala die halbe Aufschlagseite des Zürich-Teils und titelte ungewohnt frivol: «Doris Fiala und der Assistent ‹Copy/Paste›».

Das NZZ-Halali auf Fiala ging damit allerdings erst richtig los. «Wie Doris Fialas Traum vom Zürcher Stadtpräsidium platzte», titelte die «NZZ am Sonntag» in einem als Porträt getarnten Meuchelmordversuch. Das Konkurrenzblatt «Tages-Anzeiger» verarztete die Getroffene daraufhin mit Interviewfragen wie: «Die NZZ, das Leibblatt des Freisinns, warf Ihnen vor, Sie tanzten auf zu vielen Hochzeiten. Wie kontern Sie diese Kritik?»

Durchaus verständlich, sollte sich Fialas «Sicherheit vor Freiheit»-Mantra nicht mit der «freisinnig-demokratischen Grundhaltung» der NZZ decken. Allerdings ist Fialas Politik kein Thema, weil inzwischen auch die NZZ mit politikfreier Politik-Berichterstattung glänzt. Wuchten ist das neue Gewichten und die NZZ jetzt auch in Zürichs Spass- und Spiessbürgertum gelandet.

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