Der Kommentar: Noch bevor die erste Minute in der WM-Qualifikation gespielt ist, sorgt Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ohne Not für negative Schlagzeilen. Zum Glück geht es dabei nicht um den Fussball, sondern nur um ihn selbst. Hitzfeld, der vom Verband für seine Arbeit pro Jahr mehr als eine Million Franken Entschädigung erhält, hat einen Kooperations-Vertrag mit «Blick»-Herausgeber Ringier abgeschlossen – und macht sich so angreifbar. Warum wartet er mit diesem Engagement nicht bis nach dem Ende seiner Trainerkarriere?

Es irritiert, wenn Hitzfeld seine «Unabhängigkeit» und «Loyalität» preist. Sein Vertrag läuft bis Mitte 2014. Die WM in Brasilien wäre ein schöner Abschluss seiner Karriere, hat er einmal gesagt. So klar drückt er sich nun nicht mehr aus. Wie es weitergeht, darüber mache er sich zu Beginn einer Qualifikations-Periode keine Gedanken, heisst es jetzt.

Und die Mannschaft? Die Schweiz darf sich auf eine gut gemischte Gruppe freuen. Die stillen Leader Benaglio, Lichtsteiner und Inler sind im besten Alter. Und die Fraktion der jungen Wilden um Shaqiri und Xhaka wird immer wichtiger. Erfreulich ist die neue Einstellung des Teams. Früher hiess es: «Wir sind die kleine Schweiz, bitte nicht zu viel erwarten.» Dieses Denken ist Shaqiri und Co. fremd.

Warum also nicht einmal anders herum? Uruguay hat 3,5 Millionen Einwohner, nicht einmal halb so viele wie die Schweiz. Das Land wurde trotzdem zweimal Weltmeister – 1930 und 1950. In Südafrika zog es vor zwei Jahren in den WM-Halbfinal ein. In den Halbfinal muss Ottmar Hitzfeld die Schweiz an der WM 2014 in Brasilien nicht gerade führen. Nach Brasilien aber schon.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!