Der Kommentar: Prominente CVP-Politiker sehen
im «C» einen Fluch. Welch ein Irrtum! Die These sei gewagt: Hätte die Partei das «C» ernst genommen, statt sich dafür zu schämen und in der sozial-liberal-urban-beliebigen Mitte herumzuschwimmen, wäre der Niedergang ausgeblieben.

Das «C» steht ja nicht für Kirche und auch nicht für Katholizismus, sondern für die Grundwerte unserer christlich geprägten, westlichen Gesellschaft. Mit diesen Werten lassen sich im 21. Jahrhundert Wahlen gewinnen, wie Pfarrerstochter Angela Merkel eindrücklich bewies. Mit Sicherheit teilen diese Werte auch in der Schweiz weit mehr als die kümmerlichen 12,3 Prozent, die zuletzt CVP wählten.

Das «C» ernst nehmen hiesse: Wertkonservativ sein, gegen zu viel Einwanderung aus fremden Kulturen, für die Schweizer Identität einstehen. Für «mitfühlenden Konservatismus» (man könnte auch von Nächstenliebe sprechen), mit dem in England David Cameron siegte. Gegen die unchristliche Abzockermentalität in den freisinnigen Unternehmen.

Das «C» ernst nehmen hiesse: Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen (man könnte auch von Schöpfung sprechen), vorangehen beim Umwelt- und Alpenschutz, für Nachhaltigkeit und Förderung der Eigenverantwortung.

Bis in die 80er-Jahre kam die CVP auf stolze 20 Prozent Wähleranteil. Dann wollte sie modern werden. Wertkonservative wanderten zur SVP ab, Umweltschützer zu Grünen und Grünliberalen. Heute wäre die CVP die modernste Partei, hätte sie rechtzeitig erkannt, dass das «C» ein Segen für sie ist.

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