Der Kommentar: Der Basler Pharmamulti hat ein Forschungsproblem. Obwohl der Konzern mit 9 Milliarden Dollar 2015 im Branchenvergleich mitunter am meisten für Forschung und Entwicklung ausgab, schafften es in den letzten 13 Jahren nur acht Medikamente aus dem eigenen Labor auf den Markt. Lediglich zwei davon haben Blockbuster-Potenzial.

Die zwei Nachfolger-Arzneien sind in der Pflicht, zeitnah den wegbrechenden Milliardenumsatz des bisher wichtigsten Novartis-Medikaments Glivec zu stemmen. Das Krebsmittel hat seinen Patentschutz verloren. Die Nachfolge muss klappen, denn mehr Blockbuster-Kandidaten hat Novartis nicht marktreif in der Hinterhand. Das erstaunt, bei dem Etat, den die Novartis-Forschungsabteilung NIBR seit Jahren zu Verfügung hat.

Und es zeigt: Der Forschungshauptsitz in Boston ist seit Jahren eine Insel der Glückseligkeit für Forscher – weitab jeglicher kommerzieller Überlegungen der Konzernleitung in Basel. So kann es nicht weitergehen. Das hat Anfang 2016 auch das Novartis-Management begriffen, als es einen neuen Forschungschef engagierte und Boston an die Schaltzentrale in Basel anband. Endlich.

Nun muss sich das neue Manager-Duo, bestehend aus Forschungschef James Bradner in Boston und Pharma-Entwicklungschef Vas Narasimhan in Basel, beweisen. Es muss seine Kultur zu mehr Offenheit und Kollaboration wandeln und die Pipeline des Pharmakonzerns für die Zukunft wesentlich stärken.

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