Etwa die Hälfte davon wird in Form von Steuern, Bussen und Gebühren an den US-Staat fliessen, schätzt das IRS. Wir erhalten von den Amerikanern Null Auskunft über unversteuerte Konten von Schweizer Bürgern Materiell konnten somit nur die Amerikaner gewinnen, die Schweiz allenfalls den Schaden begrenzen.

Was die UBS anbelangt, ist dies gelungen. Was unser Rechtssystem und das bisher als heilig geltende Bankgeheimnis angeht, sieht es nicht so gut aus. Ohne dass ein einziges Gesetz geändert wurde, ändert man die Praxis und liefert plötzlich Kundendaten auch bei so genannter schwerer Steuerhinterziehung.

Den Begriff gibt es tatsächlich, und zwar seit Jahren. Laut dem Gesetz zur direkten Bundessteuer und der entsprechenden Verordnung heisst das, jemand hat wiederholt mehr als 5000 Franken hinterzogen. Nur wurde gestützt auf diese Bestimmungen bisher keine Amtshilfe gewährt. Genau sowenig war es so, dass man Rasterfahndungen zuliess.

Bisher pochte man auf Namen und Bankverbindungen betroffener Kunden. Und dass man die Kunden bei einem Rekurs gegen die Steuerverwaltung verpflichtet, ihre Identität der Justiz im Heimatland zu melden, ist auch neu. Aber da man immerhin einen Weg gefunden hat, dies alles mit bestehenden Gesetzen zu vereinbaren, spricht das halbe Schweizer Establishment von Sieg.

279 vor Christus siegte auch König Pyrrhus von Epirus, gegen das römische Heer bei Asculum. Er musste bei diesem Sieg aber so grosse Verluste hinnehmen, dass er einem Vertrauten gegenüber bekannte: «Noch ein solcher Sieg, und wir sind verloren.» Das gilt wohl auch für das Schweizer Bankgeheimnis in Steuerfragen. Es ist Zeit dies anzuerkennen und den Finanzplatz neu auszurichten.