Der Kommentar: In der letzten Ausgabe der «Schweiz am Sonntag» sagte Swissmem-Präsident Hans Hess, die Abschaffung des Bankgeheimnisses führe nicht zum Untergang der Schweizer Banken, sondern im Gegenteil zu ihrer Gesundung, sofern sie neue Märkte erschliessen.

Wie zum Beweis geht jetzt, wo das Geschäft mit Steuerhinterziehern am Ende ist, ein Ruck durch die Geldhäuser am Paradeplatz. Sie entdecken das lukrative Geschäft mit Firmenkunden, sprich dem Zahlungsverkehr und der Kreditvergabe für Unternehmen. Obwohl dieses Geschäft im Inland seit Jahren stabile Erträge liefert, haben es die Banken ausserhalb der Landesgrenzen sträflich vernachlässigt.

Stattdessen bevorzugten sie es, sich in kopflose Abenteuer im Investmentbanking zu stürzen und sich hinter dem Bankgeheimnis zu verschanzen. Das Firmenkundengeschäft hingegen hielten sie ausserhalb der Schweiz auf Sparflamme, boten nicht alle Finanzdienstleistungen an, die ein international tätiges Unternehmen braucht.

Damit vergaben die Schweizer Banken eine riesige Chance. Sie überliessen das Geschäft der Konkurrenz aus Deutschland, Grossbritannien und den USA, die das Firmenkundengeschäft nun hauptsächlich kontrolliert. Die Schweizer sind kleine Fische geblieben, die nur in Nischen tätig sind.

Das ist umso erstaunlicher, als die Schweiz weltweit eine der höchsten Dichten an international tätigen Exportfirmen aufweist. Hätten die Banken recht-zeitig auf die Bedürfnisse dieser Firmen gehört, würden sie heute besser dastehen.

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