Der Kommentar: Die Medien sind zwar in der Regel nur die Überbringer von schlechten Botschaften, doch oft werden sie deshalb als die eigentlichen Brandstifter taxiert. In den allermeisten Fällen ist dieser Vorwurf ungerechtfertigt. Im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt ist er jedoch für viele Medien in Europa und insbesondere auch in der Schweiz gerechtfertigt: Sie tragen zur Verlängerung des Konflikts bei und haben deshalb auch dessen Tote mitzuverantworten. Denn die Stärke der radikal-islamischen Terrororganisation Hamas ist nicht nur deren Skrupellosigkeit – zum Beispiel, dass sie ihre Raketenstellungen in dicht besiedelten Wohngebieten aufbaut und von dort aus Wohngebiete beschiesst. Die Stärke der Hamas rührt auch daher, dass dieses menschenverachtende Verhalten von den meisten westlichen Medien nicht gegeisselt wird. Sondern dass man Israel verurteilt, wenn es zum Schutz der eigenen Bevölkerung diese Raketenstellungen auszuschalten versucht.

Gewisse Medien, wie etwa die «Neue Zürcher Zeitung», scheuen dabei selbst vor augenfälligen Tatsachenverdrehungen nicht zurück. So schrieb die NZZ beispielsweise am 16. November 2012: «Waren es die aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuerten Raketen? Oder waren es Israels gezielte Luftangriffe gegen angebliche Waffenfabriken und palästinensische Milizenführer im Gazastreifen? Über die Ursache und Wirkung der jüngsten Eskalation im Gazastreifen lässt sich trefflich streiten.» Auf diese Weise wird ein infames «Schuldgleichgewicht» zwischen Israel und den Palästinensern suggeriert. Denn es ist eine Tatsache, dass ein mehrtägiger Raketenbeschuss israelischer Wohngebiete durch die Hamas erfolgte, bevor Israel mit der Tötung des Militärchefs der Hamas und später mit den Luftangriffen auf die Raketenstellungen im Gazastreifen reagierte.

Konsequent wird in vielen europäischen Medien auch totgeschwiegen, was die wirklichen Ziele der Hamas sind: die Vernichtung Israels und die Vertreibung der Juden aus Palästina. So ist in der Hamas-Charta zu lesen: «… Denn unser Kampf gegen die Juden (nicht: Israeli, der Autor) ist sehr wichtig. Deshalb benötigen wir alle loyale Unterstützung, die wir bekommen können, gefolgt von weiteren Schritten (…). Bis unsere Feinde besiegt sind und Allahs Sieg feststeht.» Und in Artikel 7 der Charta steht: «Der Prophet (…) sagte: Die Zeit wird nicht kommen, bis die Muslims die Juden bekämpfen (und töten): Bis die Juden sich hinter den Felsen und Bäumen verstecken, die schreien: Oh Muslim! Hier versteckt sich ein Jude hinter mir, komm’ und töte ihn.» Wer will, der kann sich auf http://www.palwatch.org anhand von palästinensischen Cartoons oder Berichten des Hamas-Fernsehsenders davon überzeugen, dass es Hamas nur um die Vernichtung Israels und die Vertreibung der Juden aus Palästina geht.

Wer also denkt, die Israelis könnten doch, bitteschön, ein wenig die andere Wange hinhalten und die Beschiessung ihrer Städte und Dörfer durch Hamas akzeptieren, damit man im Friedensprozess vorankommt, der verschliesst die Augen vor der Realität – oder verneint diese wider besseres Wissen. Genau dies tun die meisten Schweizer Medien. Wie sie es beispielsweise auch kritiklos hinnehmen, dass von palästinensischer Seite auf dem Internet verletzte oder getötete israelische und syrische Kinder als palästinensische Kinder ausgegeben werden, um sich des Mitleids der westlichen Welt zu versichern und den Hass auf die Juden unter der Bevölkerung in der arabischen und muslimischen Welt zu steigern. Statt diese Ungeheuerlichkeiten zu thematisieren und die Hamas dafür zu verurteilen, stülpen sich die meisten Medien in Europa und in der Schweiz das Deckmäntelchen der Neutralität über. Dabei dient ihnen die Siedlungspolitik der israelischen Regierung als willkommenes Instrument, um zu sagen: «Schaut her, die Israelis sind auch keine Unschuldslämmer.» Wie wenn das Errichten von – zugegebenermassen widerrechtlichen und deshalb inakzeptablen – Siedlungen die gleiche verbrecherische Qualität hätte wie das Terrorisieren von Zivilisten durch fortwährende Raketenangriffe.

Doch diese Differenzierungen machen die meisten Medien nicht. Stattdessen setzen sie kontinuierlich das Handeln Israels mit jenem der Hamas gleich. Dadurch bestärken sie die Hamas in ihrer Einschätzung, mit ihrer auch gegenüber der eigenen Bevölkerung menschenverachtenden Politik auf dem richtigen Weg zu sein. Deshalb trifft diese Medien in Europa und der Schweiz eine Mitschuld an der Verlängerung des Konflikts in Nahost und damit an dessen Toten.

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