Der Kommentar: Der Basler Agrochemie-Konzern Syngenta soll in fremde Hände geraten. Die jüngsten Spekulationen entfachte ausgerechnet Verwaltungsratspräsident Michael Demaré. In einem bemerkenswerten Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» sagte der Belgier, dass «ein Alleingang kaum mehr möglich» sei.

Die Aussage von Demaré zeugt von einer unerträglichen Mutlosigkeit. Von einem Präsidenten würde man erwarten, dass er sich mit Haut und Haar für die Unabhängigkeit der Gesellschaft einsetzt. Es geht um eine Firma mit 30 000 Angestellten, davon 3000 in der Schweiz. Syngenta ist ein Schwergewicht im Schweizer Aktienindex und erwirtschaftet einen Umsatz von 15 Milliarden Franken.

Demaré desavouiert die Arbeit der Geschäftsleitung, die hinter den Kulissen nicht nur Gespräche mit potenziellen Käufern führen muss, sondern auch nach Wegen sucht für eine eigenständige Zukunft des Basler Saatgut- und Pestizid-Riesen. Dabei könnte Syngenta die Spiesse umdrehen und selbst zum Jäger werden. Die Firma hat das finanzielle Gewicht dazu.

Dass diese Vorwärtsoption in den Planspielen von Demaré offenbar keine Rolle spielt, ist ein Armutszeugnis. Es macht ganz den Anschein, als dass der Verwaltungsrat nur an die nächste Generalversammlung denkt. Die Lust, sich mit kritischen Aktionären auseinanderzusetzen, scheint nicht vorhanden zu sein. Damit beweisen Demaré und seine Kollegen im Syngenta-Verwaltungsrat, dass ihnen ihre persönliche Reputation am nächsten liegt.

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