Und Fukushima? Der Ausstieg aus der Atomkraft begann am 11. März um 14.47 Uhr mit einem Erdbeben, das die Reaktoren in der japanischen Kernanlage ausser Kontrolle brachte – und das Ende des Atomzeitalters einläutete.

In der Schweiz war es mit Rolf Büttiker ein FDP-Ständerat, der als erster Bürgerlicher den Bau neuer AKW infrage stellte. «Wir können jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen», sagte der Verwaltungsrat des AKW Leibstadt im «Sonntag» vom 13. März. Seine Partei tat sich lange schwer mit ebenso klaren Aussagen. Der zögerliche Kurs gipfelte darin, dass sich die FDP im Sommer bei der Frage zum Atomausstieg geschlossen der Stimme enthielt. Die Faktenlage sei ungenügend. Gegen Ende seiner Präsidialzeit räumt Fulvio Pelli nun definitiv mit der Zauderei auf. Er tut, was man ihm – mitunter zu Unrecht – unterstellte, es nicht zu tun: Pelli spricht Klartext (siehe Interview). Vielleicht würde er heute gar selber das von der Atom-Lobby kreierte Wort «Technologieverbot» zum «Unwort des Jahres» wählen.

Mit dem Atom-Ausstieg bewiesen Bundesrat und Parlament Mut. Bei der Eurokrise war es die Schweizerische Nationalbank unter Philipp Hildebrand mit der Festlegung einer Untergrenze von Fr. 1.20 pro Euro – auch wenn diese wohl noch zu tief ist. Auch beim dritten weltpolitischen Ereignis haben Schweizer um das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mit dem abtretendenden Präsidenten Jakob Kellenberger Mut bewiesen. Und helfen dort, wo andere schiessen. Es war ein Krisenjahr, ja. Aber es ist daraus auch Hoffnung entstanden, die weit über Weihnachten hinaus Bestand haben wird. Dank mutigen Schweizern.

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