Der Kommentar: Die Kleber des FC Basel auf den Stossstangen sind allen bekannt. Man sieht sie heute überall im Mittelland. Aber vor 10 Jahren? Wahrscheinlich traf man damals viel öfter GC-Wimpel an. Erfolg ist anziehend. Basel hat mit seiner berauschenden Champions-League-Saison und seinen Siegen über Manchester United und Bayern München auch dort Sympathien geholt, wo sonst über den Basler-Dialekt die Nase gerümpft wird. Und der Absatz an Klebern dürfte immer grösser werden.

Diese Überlegungen sollte man in der Romandie, im Tessin und auch in Zürich intensivieren. In der Westschweiz teilten sich zu Beginn dieser Saison vier Klubs ein Potenzial an 1,75 Millionen Zuschauern. Im Tessin müssen sich vier Challenge-League-Vereine ein Küchlein von 330 000 Einwohnern aufteilen. Und Zürich bringt trotz einer Agglomeration von
1,5 Millionen Menschen selbst bei Derbys sein Stadion nicht voll. Die Zeiten sind vorbei, in denen Mäzene wie Spross für GC und Hotz für den FCZ aus eigener Tasche Millionen lockermachen. Sponsoren verlangen Erfolg und Visibilität, am besten in den europäischen Wettbewerben, am besten kontinuierlich.

Nestlé wird nie in Lausanne-Sport investieren, solange die Waadtländer kaum die Super League halten können. Rolex wird sich nicht für Servette interessieren, solange der Klub nicht stabil ist und sich gut präsentiert. Vielleicht wäre ein neuer FC Romandie, breit abgestützt und mit einem zentral gelegenen Stadion, anziehend für Geldgeber. Im kleinräumigen Tessin wäre das ohnehin der Fall, vielleicht auch in Zürich. Wetten, dass nach dem ersten Sieg eines fusionierten Zürcher Klubs gegen Basel viele Bedenken weg wären? Aber dazu braucht es grossen Mut.

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