Heute hat man das ungute Gefühl, dass wir gerade noch Zeugen vom Anfang einer neuen «dunklen Zeit» werden. Was im Mittelalter die alles erstickende Kirche war, wird in Zukunft eine alles erstickende Staatsbürokratie sein. Wir sind in kürzester Zeit so risikoscheu geworden, dass es keinen Fortschritt mehr geben kann.

Falls Sie glauben, das treffe nur auf die Banken zu, dann täuschen Sie sich. Das ist nur der Anfang. Eine risikoscheue Gesellschaft kann nicht wachsen, und ohne Bankenwachstum wird es kein Wirtschaftswachstum geben. Die letzten Grossbankenergebnisse bei uns und in Europa haben klar gezeigt, dass man am Ende der Fahnenstange angekommen ist.

Die Kapitalrenditen liegen durchwegs weit unter 10 Prozent. Bankregulatoren und Politik kommen fortlaufend mit neuen zusätzlichen Kapitalforderungen und Milliardenstrafen für ihre Schützlinge, um uns, den Staat, vor ihnen zu schützen. Die Schweizer Grossbanken müssen ihr internationales Geschäft vom Schweizer Geschäft trennen, um die regulatorischen Anforderungen erfüllen zu können.

Wir haben in Europa eine starke politische Strömung von Sozialismus und Nationalismus, die das Wachstum ersticken wird. Sie werden sagen, das ist übertrieben, denn unsere «Realwirtschaft» wächst doch und hat gute Aussichten. Mit der risikoscheuen politischen Bankenregulierung ziehen wir ihr den Teppich unter den Füssen weg. Nur haben Sie es noch nicht gemerkt.

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