Was mit ein paar Amateur-Rennfahrern angefangen hat, ist ein Multi-Milliarden-Geschäft geworden. Grosse Konzerne sind eingestiegen, vom Brausehersteller bis zu den Automobilfirmen, und geben jedes Jahr 300 Millionen Euro oder mehr für ihr Team aus. Die wenigen übrig Gebliebenen unabhängigen Rennställe mit Budgets um die 100 Millionen Euro können da natürlich nicht mithalten und sind deshalb auch nur in der zweiten Hälfte des Feldes anzutreffen.

Da stellt sich zwingend die Frage, wieso man 100 Millionen ausgeben will, um letzter zu sein? Die Antwort ist, es gibt nach wie vor genug Firmen, die für einen Aufkleber am Auto Millionen bezahlen. Aber die Bereitschaft dazu nimmt ab. Im Zeitalter der Transparenz wird vielen klar, dass 100 Millionen ein ziemlich hoher Preis ist, um mitzufahren in der Hoffnung, einmal auf einen vorderen Platz zu kommen, falls es genügend Ausfälle gibt.

Auch das Management der F1 muss sich fragen, ob die Zuschauerzahlen gehalten werden können, wenn eines Tages nur noch die Hälfte der heutigen Teams Rennen fahren kann. Es scheint, dass die erfolgsverwöhnte F1 ihr eigener grösster Feind geworden ist. Sie konkurriert die Rennteams bei den Werbeeinnahmen, sie hat die Eskalation der Kosten nicht massgeblich gebremst und ist in der Umwandlung von einer Privatgesellschaft in eine Aktiengesellschaft nur mit sich selbst beschäftigt.

Alles, was man da sagen kann, ist: Good luck.

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