Der Kommentar: Die Grossbanken machen es einem nicht gerade leicht, Sympathien zu entwickeln. Letztes Jahr, als es überall brannte, brauchte es den Staat, der bei der UBS mit 68 Milliarden Franken einsprang. Und auch für die Credit Suisse wurde mehrfach eine faktische Staatsgarantie ausgesprochen.

Ohne diese hätten die Anleger auch bei der Credit Suisse ihr Geld in grossem Ausmass abgezogen. Immerhin hat die CS zwar nicht 50 Milliarden Franken wie die UBS im spekulativen amerikanischen Investmentbanking verloren, sonder «nur» 19 Milliarden.

Doch einen Bankensturm, wie es ihn nach der Pleite von Lehman Brothers ohne Staatseingriff gegeben hätte, wäre auch für die CS nicht auszuhalten gewesen. Es gab Entlassungen, die Arbeitsämter werden belastet und die Arbeitslosenversicherung muss zahlen. Die Schweiz erwachte und musste feststellen, dass die beiden Grossbanken, die uns viel Wohlstand brachten, eben auch ein gewaltiges Risiko sind, das die ganze Wirtschaft in den Abgrund reissen kann.

Und auch die Realwirtschaft hat geblutet. Die Exporte sind eingebrochen, manch ein Patron weiss kaum noch, wie er mit seinem Betrieb über die Runden kommen soll. Die meisten Angestellten können von Lohnerhöhungen nur träumen.

Ganz anders sieht es bei den Grossbanken aus, wenigstens für die, die ihre Stelle behalten konnten. 9 Prozent mehr Lohn gab es bei der UBS im ersten halben Jahr im Schnitt. Die Credit Suisse, die vor Selbstbewusstsein strotzt, hat 2900 Angestellte weniger als letztes Jahr, doch die Lohnsumme stieg um 23 Prozent.

Die Steuerquote hingegen ist weltweit noch ein Drittel des Vorjahres, in der Schweiz beim Mutterhaus Credit Suisse null.

An dieser Finanzkrise werden wir noch lange zu kauen haben. Denn absehbarerweise schlittern auch die Schweizer Behörden, ob Stadt und Kanton Zürich und Basel oder der Bund, in ein massives Defizit. Die Arbeitslosigkeit wird lange spürbar bleiben.

Und die Schweiz muss wohl eine Lösung finden, wie sie weniger abhängig wird von den Grossbanken. Denn von denen haben wir, wie sich jetzt zeigt, wenn man sie brauchte, nicht einmal Steuereinnahmen. Trotz Milliardengewinnen.