Der Kommentar: Der IT-Riese ist längst mehr als bloss ein Suchmaschinen-Anbieter. Google ergattert sich im Handy-Geschäft immer mehr Marktanteil. Der Konzern will nächstes Jahr eine revolutionäre Datenbrille auf den Markt bringen, forscht erfolgreich an selbstfahrenden Autos und will nun auch in der Gesundheitsbranche Fuss fassen. Google nutzt sein Kapital – jenes auf den Bankkonten und jenes auf den Server-Farmen: unsere Daten.

Als das «Öl des 21. Jahrhunderts» gelten Daten bereits. Daten sind ein Rohstoff, der für sich genommen noch nutzlos ist, doch er treibt die Algorithmen an, die wertvolle neue Informationen liefern. Big Data, das Analysieren grosser Datenmengen, könnte der Gesundheitsforschung dabei helfen, neue Medikamente zu entwickeln und diese im Sinne der personalisierten Medizin auf einzelne Genprofile abzustimmen. Daten bieten eine Riesen-Chance.

Auf der anderen Seite stellen Daten auch eine grosse Gefahr dar. Sie können missbraucht werden, um uns zu überwachen – das hat der NSA-Skandal in den letzten Monaten gezeigt. Dieses Problem wird sich noch verschärfen, weil immer mehr Daten von uns existieren werden. Daten zu schützen, wird somit zu einer der grössten Herausforderungen für unsere Gesellschaft werden. Gefordert sind sowohl technische als auch juristische Lösungen.

Jeder Einzelne sollte über seine Daten bestimmen können: Wer sie einsehen kann und wer nicht, wofür sie verwendet werden dürfen und wofür nicht. Wer über Daten verfügt, verfügt über Macht. Deshalb müssen die Daten jenen zurückgegeben werden, denen sie gehören: uns selber.

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