Der Kommentar: Just in der Sommerferienzeit strapazieren die Lehrer das Wohlwollen der Bevölkerung. Während sie gerade ihre fünfwöchigen Ferien geniessen oder kurz davor stehen, fordern sie mehr Lohn. Begründung: Die Saläre seien im Verhältnis zu vergleichbaren Jobs in der Privatwirtschaft und der öffentlichen Verwaltung nicht konkurrenzfähig. Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings: Beziehen Mitarbeiter der Privatwirtschaft fünf Wochen Ferien, ist ihr Feriensoll aufgebraucht – wenn nicht sogar überstrapaziert. Ebenso ist es unüblich, dass jemand so einfach mal 20 Prozent mehr Lohn bekommt.

Hinzu kommt: Im internationalen Vergleich verdienen Lehrer bereits jetzt überdurchschnittlich – und zwar kaufkraftbereinigt. Mit zehn Jahren Berufserfahrung verdient ein Sekundarlehrer in der Deutschschweiz im Durchschnitt rund 116 000 Franken pro Jahr – das ist kein schlechter Lohn. Die Forderung schiesst deshalb über das Ziel hinaus. Doch vielleicht drückt der Schuh auch woanders.

Mit unnötiger Bürokratie, endlosen Sitzungen und Reformen müssen sie sich herumschlagen und könne sich immer weniger auf ihre eigentliche Tätigkeit konzentrieren. Lehrer sollten vor allem das machen, was sie am liebsten tun: unterrichten. Dann spielt auch der Lohn eine untergeordnete Rolle. Die Privatschulen machen es vor: Dort haben Lehrer tiefere Löhne, dafür schätzen sie ihre Freiheiten beispielsweise in der Unterrichtsgestaltung.

Den Lehrern seien schöne Ferien gegönnt. Ein Sprung ins kalte Nass kühlt dabei so manches überhitzte Gemüt ab.

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