Das Optimum erreicht? Angesichts eines Sachschadens von einer halben Million Franken, keiner einzigen Verhaftung und frustrierten Ladenbesitzern eine etwas gar beschönigende Bilanz. In den Ohren der betroffenen Gewerbler, die auf einem Scherbenhaufen sitzen gelassen wurden, muss Maurers Kommentar zur Krawallnacht von Zürich wie Hohn geklungen haben.

FAKT IST: Die Zürcher Polizei hat sich von ein paar hundert Chaoten vorführen lassen. Was jeder Feuerwehrmann und jeder Handwerker hat – ein Alarmierungssystem via Pager über die Einsatzzentrale –, ist bei der Stadtpolizei Zürich noch immer in Prüfung. Aber eben, um Maurers kruder Logik zu folgen, sei es «etwa sieben Jahre her, seit eine solche Aktion ‹Reclaim the streets› das letzte Mal zu Ausschreitungen geführt hat». Ausgerechnet jene Stadt, die mit wiederkehrenden 1.-Mai-Gewaltorgien eigentlich nicht auf dem falschen Fuss erwischt werden sollte, zeigte sich von einem «neuen Phänomen» überrascht. Dass die Zeit nicht gereicht haben soll, um die Wasserwerfer aufzufüllen, ist in dieser peinlichen Chronologie des Versagens ein kleines, aber bezeichnendes Detail.

Mit Steinzeit-mEthoden kann eine aufgeputschte Allianz aus Autonomen, Hooligans und Szenegängern jedenfalls nicht gestoppt werden. Nach dieser behördlichen Fehlleistung sind Rufe nach mehr Polizisten, mehr Überwachung und mehr Gesetzen nicht weit. Eine reine Aufrüstungspolitik, die einem Polizeistaat Vorschub leisten würde, ist jedoch fehl am Platz. Wenn es aber darum geht, Personen verhaften zu können, die fremdes Eigentum mutwillig zerstören und Unbeteiligte in Gefahr bringen, müssen auch neue Kommunikationsmittel eingesetzt werden. Der Internet-Pranger mag ein unsympathisches Instrument sein, aber er ist bestimmt ein wirkungsvolles. Nur gehört die Fahndung – ob auf der Strasse oder im Netz – nicht in die Hände von Privaten, sondern muss vom Staat ausgeübt werden.