Mars einfach

Als vor gut 24 Jahren die Mauer fiel, dachten viele Ostdeutsche, es sei nun vorbei mit der Überwachung. Nun hören sie vom US-Geheimdienst NSA und dem Überwachungsprogramm Prism und fragen sich, ob denn nie damit Schluss sei? Etwas verunsichert schauen sie zur Kanzlerin, immerhin kommt sie auch aus dem Osten, bekommen aber kaum mehr als ein Schulterzucken zur Antwort.

Jeder, der heute ein Telefon an sein Ohr hält, und jeder, der im weltweiten Datennetz surft, ist ein potenzieller NSA-Kandidat. Geheimdienste sind nicht dafür erfunden worden, um ehrlich und nett zu sein mit den Bürgerinnen und Bürgern. Sie sind zum Spionieren da! Das weiss der Ostdeutsche sehr gut, der Westdeutsche natürlich auch.

Was tun? Da gibts nur eins: sich bei «Mars One» zu bewerben. Einmal Mars einfach. Zu viert hat man sich dann schnell alle intimen Geheimnisse erzählt und keine NSA weit und breit. Wunderbar! Meine 100-seitige Stasiakte nehme ich natürlich mit, damit ich etwas zum Lesen habe.

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