Halten wir fest:
1. Der Übergriff auf Hans Fehr ist zu verurteilen, inakzeptabel und ein Angriff auf die Demokratie.
2. Die Sicherheit in diesem Land ist deswegen nicht grundsätzlich ausser Kraft gesetzt.
3. Es muss die Frage erlaubt sein, ob der politische Stil mit zu solchen Auswüchsen führt.

Mit dem letzten Punkt ist keineswegs gemeint, Fehr sei an den angeknacksten Rippen und der Schramme auf der Stirn selber schuld. Das wollen SVP-Vertreter jedem unterstellen, der die aufgeheizte Stimmung in Kontext mit den politischen Inhalten der Blocher-Partei bringt. Aber: Die SVP gibt nun mal den Ton in der Schweizer Politik an. Und vergreift sich mitunter im Tonfall. Da werden aus linken Politikern rote Ratten, Hände verschiedener Hautfarben greifen gierig nach Schweizer Pässen und schwarze Schafe müssen als Sündenböcke für kriminelle Ausländer herhalten. Diese Mittel und themen kann man verurteilen oder unterstützen.

Klar ist: Die SVP ist eine demokratische Partei mit demokratisch gewählten Volksvertretern. Das gilt ausgesprochen nicht für die linksextreme Szene. Sie ist mit der Attacke auf Fehr «vom Angriff auf das System zum Angriff auf Menschen» übergegangen, wie es Extremismus-Experte Samuel Althof im «Sonntag» drastisch formuliert. Dieser «Tabubruch», so Althof, ist besorgniserregend. Aber auch die Art der erwähnten Polit-Kampagnen führt zu einer Verrohung der politischen Sitten. «Wer Wind sät, wird Sturm ernten», sagte Politikberater Mark Balsiger in der «Arena». Das hat einen wahren Kern. Die SVP wendet im Gegensatz zu den Linksextremisten keine Gewalt an. Aber besinnen müssen sich beide. Linke und Rechte. Extreme haben in der politischen Auseinandersetzung nichts zu suchen.

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