Der Kommentar: Die Hiobsbotschaft kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Tourismusbranche sieht wieder etwas Licht am Ende des Tunnels nach mehreren Jahren mit sinkenden Logiernächtezahlen und schwachen Umsätzen. Und nun soll das Leuchtturmprojekt von Davos, das bei seiner Eröffnung im Dezember von Politikern und Touristikern über den grünen Klee gelobt wurde, am Ende sein?

Über die Gründe für die Insolvenzerklärung zu spekulieren, ist im Moment schwierig. Die Betroffenen hüllen sich entweder in Schweigen wie Stilli-Park-Verwaltungsratspräsident Martin Buchli, oder sie wollen von allem nichts gewusst haben wie CS- Immobilienfonds-Manager Lucas Meier – notabene der Vertreter der Besitzerin der Immobilie.

Man darf aber durchaus erstaunt darüber sein, dass die Betreibergesellschaft, die zehn Jahre am Projekt gearbeitet hat, anscheinend keinen Businessplan entwickeln konnte, der über sechs Monate hinaus Bestand hat. Dass ein solch grosses Hotelprojekt drei oder vier Saisons Anlaufzeit braucht, müsste eigentlich in der Planung berücksichtigt werden.

Vielleicht hat jener Tourismusmann recht, der sich über die vielen Strategiepapiere lustig macht, die nichts als heisse Luft seien. Und der findet, der Logiernächte-Statistik werde zu viel Gewicht gegeben. Letztlich zähle doch der Umsatz und was davon in der Kasse übrig bleibe für den Erfolg eines Unternehmens. Eigentlich eine betriebswirtschaftliche Binsenwahrheit.

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