Der Kommentar: Die Jugendarbeitslosigkeit steigt weltweit, besonders dramatisch ist die Lage in EU-Ländern wie Spanien und Griechenland. Mit einer Quote von 46,4 Prozent ist Spanien trauriger Rekordhalter, gefolgt von Kroatien mit 35,8 und der Slowakei mit 33,6 Prozent. Im Durchschnitt ist fast ein Viertel aller Jugendlichen in der EU arbeitslos. Die Internationale Arbeitsorganisation warnt vor einer «verlorenen Generation».

Viel erfreulicher ist die Situation in der Schweiz: wo nur gerade 3,5 Prozent aller 15- bis 24-Jährigen ohne Stelle sind. Der Erfolg der Schweiz beruht auf dem dualen Berufsbildungssystem – mit einer Ausbildung im Betrieb und dem Besuch der Berufsschule.

Doch wir haben andere Probleme: Nicht alle Lehrstellen können besetzt werden. Und laut Prognosen des Bundesamts für Statistik wird sich das Problem noch verschärfen, denn die Jugendlichen streben wieder vermehrt den Weg über die Matura an.

Paradox: Während unser Modell der Berufslehre im Ausland als Vorbild gepriesen wird, geniesst bei uns die akademische Ausbildung immer noch ein höheres Prestige. Zu Unrecht: Denn die Chancen und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt sind nach einer Berufslehre viel grösser. Und die Schweiz braucht nicht noch mehr Theoretiker, sondern praktisch ausgebildete Berufsleute.

Die Berufslehre ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Wohlstandsinsel Schweiz. Es braucht keine staatlich verordneten Lösungen, die Berufslehre braucht mehr Wertschätzung. Lerne Handwerker oder Informatiker, Maurer oder Sanitär!

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