Der Kommentar: Lehrer müssen sich nicht nur um ihre Schüler kümmern. Genau so wichtig ist es, die Eltern einzubeziehen. Denn Jugendliche aus sozial schwächeren Familien brauchen zu Hause Unterstützung. Sie haben es besonders schwer in der Schule und gehören häufig zur Risikogruppe, also zu jenen, deren berufliche Zukunft gefährdet ist. Das zeigt die Pisa-Studie am deutlichsten im Kanton Zürich. Dort geht die soziale Schere sehr weit auseinander – und dort haben auch viele einheimische, deutschsprachige Schüler grosse Probleme. Nicht nur die Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Kinder aus sozial tieferen Schichten haben nicht weniger Potenzial. Nur ist ihr Umfeld nicht immer förderlich. Das erkennen einige der Schüler sogar selbst und gehen am Mittwochnachmittag freiwillig zur Schule. Dort haben sie – anders als zu Hause – ihre Ruhe und werden unterstützt. Doch um die Situation nachhaltig zu verbessern, müssen sich auch die Eltern stärker engagieren. Viele bildungsferne Mütter und Väter nutzen kaum die Elternbesuchstage. Zwar werden sie mit Elternbriefen überflutet, doch der persönliche Kontakt bleibt aus. Lehrer müssen deshalb den Eltern Hilfestellung geben und ihnen den Zugang zur Schule erleichtern, gerade wenn das Verständnis für ein passendes Lernumfeld fehlt.

Eltern in die Schule zu bringen, und sei es durch so etwas Banales wie eine Theateraufführung oder die Präsentation einer Projektwoche, kann bereits viel bewirken. So kommen die Lehrer auch mit Vätern und Müttern in Kontakt, die reinen Informationsveranstaltungen fern bleiben – und das sollten sie auch tun im Interesse der Kinder.

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