Der Kommentar: Fragt man bei Importeuren nach, warum sie ihre Währungsgewinne nicht weitergeben würden, erhält man meist die gleichen Antworten: Die Logistikkosten sowie die Löhne seien in der Schweiz höher, weshalb es hierzulande halt etwas mehr koste als in Deutschland. Natürlich! Das stimmt! Niemand will exakt so tiefe Preise wie in Deutschland, denn schliesslich wünscht sich auch niemand das tiefe deutsche Lohnniveau. Doch Preisunterschiede von 105 Prozent? Das kann niemand mit höheren Löhnen und Mieten rechtfertigen.

Trotzdem versuchen viele Firmen, die Konsumenten schlicht für dumm zu verkaufen. Die Argumente, die gegen eine Weitergabe der Währungsgewinne vorgebracht werden, sind zum Teil blanker Unsinn. So hiess es etwa, ein deutsches Nachrichtenmagazin müsse am Kiosk in der Schweiz viel teuerer sein, da die Werbeerträge nur aus Deutschland kommen würden. Absurd!

Erstens bringt jedes zusätzlich abgesetzte Magazin dem Verlag Mehreinnahmen – egal, wo es verkauft wird. Zweitens nimmt jedes Verlagshaus aus dem Euroraum in der Schweiz über 10 Prozent mehr ein als noch vor 12 Monaten – egal, woher die Werbung kommt. Setzte der Verlag die Frankenpreise in dieser Zeit nicht runter, spült es ihm nun entsprechend mehr Geld in die Kasse. So einfach ist das.

Die Verwirrung der Konsumenten hatte auch bei den Autoimporteuren System. Statt einer Preisreduktion gewährten diese bis vor kurzem nur Gratis-Mehrwerte. Das ist ein effizientes Mittel um die Vergleichbarkeit der Preise zu erschweren. Doch damit ist nun bei einigen Anbietern Schluss. Sie gewähren Rabatte – wenn auch nur befristet. Und warum? Weil sie die Konsumenten unterschätzt haben.

Die Zahl der Autoimporte von Privatpersonen schoss wegen der übergrossen Preisdifferenzen derart in die Höhe, dass sie reagieren mussten. Dies zeigt: Will man marktmächtige Firmen zur Weitergabe von Währungsgewinnen zwingen, muss der Konsument massiv überteuerte Produkte im Ausland einkaufen oder dem Schweizer Händler damit drohen. Nur so kann man den Wettbewerb in jenen Branchen, wo er fehlt, wieder zum Spielen bringen.

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