Halten wir deshalb kurz inne für die SMS – und blenden zurück. Wir erinnern uns, wie ein Dutzend flinke Daumen unter dem Tisch, geschützt vor dem Blick des Lehrers, SMS tippten. So manches Prüfungsresultat wanderte so unbemerkt durchs Klassenzimmer. Das war zu einer Zeit, als die Handys noch Tasten hatten, sodass man sie blind bedienen konnte, und die Lehrer noch keine Argusaugen, um die kleinen Geräte zu erspähen.

Heute jedoch nutzen Schüler den Messenger-Service Whatsapp mindestens so raffiniert. Kürzlich demonstrierte mir mein Nachbarjunge die Funktionsweise des Gruppenchats der Klasse 3b. «Der Erste, der die Aufgaben gelöst hat, macht ein Foto, stellt es in den Chat, und die anderen können abschreiben», erklärt der 15-Jährige. Clever. Überhaupt ist der Gruppenchat die eigentliche «Killerfunktion» von Whatsapp. Damit lässt sich viel einfacher mit mehreren Leuten gleichzeitig kommunizieren als über SMS. Doch genau diese Funktion sucht man bei iO (noch) vergebens. Zumindest die Schüler der Klasse 3b werden vorerst keine Verwendung für iO finden. Und viele andere wohl auch nicht.

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