Von solchen Unruhen ist heute beim Spazieren durch Berkeley nichts mehr spüren. Dennoch würde es überraschen, auf dem Campus der Universität – der grössten Arbeitgeberin der Stadt – Anhänger von Mitt Romney zu finden. Eine kleine, nicht sehr repräsentative Umfrage unter zehn Studenten soll Aufschluss geben.

Die beiden Soziologiestudenten Ai und Orian sind klar für den Amtsinhaber. „Romney hat mich sehr verärgert, als er sagte, jeder Student solle nur so viel an Ausbildung erhalten, wie er sich leisten kann“, sagt Ai. Und Orian hält Romney für einen Heuchler. „Denn als Gouverneur von Massachusetts hat er eine ähnliche Gesundheitsreform wie Obama durchgeführt. Und nun tanzt er nach der Pfeife seiner Partei.“

Die drei Campus-Kollegen Paul, Bill und Emily wissen gar nicht wo anfangen beim Erklären, weshalb sie Obama wählen: „Gibt es überhaupt eine andere Wahl? Das ist so was von klar. Es gibt viel zu viele Gründe, für Obama und gegen Romney zu stimmen, um nur einen zu nennen.“

Wirtschaftsstudentin Tuhina teilt mit Obama vor allem die gleichen Sozialanliegen. „Ich finde es gut, was er für das Gesundheitssystem, die Homosexuellen und Immigranten bisher getan hat.“ Ihre Freundin Katie, eine „Public Health“-Studentin, pflichtet ihr bei, vor allem was die Gesundheitsreform anbelangt.

Geschichtsstudent Chase ist sich hingegen noch nicht ganz sicher, welchem Kandidaten er seine Stimme gibt. Er ist einer der wichtigen „undecided voters“, um die die Parteien kämpfen. „Aber momentan tendiere ich stark zu Obama.“ Weshalb? „Die Demokraten haben mich an ihrem Parteitag in Charlotte sehr überzeugt, vor allem Bill Clinton in seiner Rede.“

Die zwei republikanischen Exoten in der Umfrage heissen Derek und Nusheen, wobei sich Derek als Präsident der Berkeley College Republicans entpuppt. „In dieser Wahl geht es mehr denn je um die Wirtschaft“, gibt sich der Informatik-Student bemüht präsidial. „Und es gibt keinen Besseren als Mitt Romney für diesen Job.“ Nusheen nickt. „Genau, die Wirtschaft muss besser werden.“

Fazit der Berkeley-Umfrage: Obama gewinnt mit 8:2.

(Bildergalerie per Klick auf Bild)