Der Kommentar: Subventionen sind ein Fluchwort. Es ist en vogue, gegen die Subventionsempfänger
in der Kultur zu schnöden. Das ist billig. Natürlich sind 38 Millionen Franken für das Schauspielhaus Zürich viel Geld. Aber Theater kostet nun mal. Und wir wollen und sollen uns das leisten.

Aber: Wer so viel Steuergelder zur Verfügung hat, muss sich zumindest fragen lassen, zum Beispiel: Läuft etwas falsch, wenn die erste Bühne der Schweiz, der Pfauen, im Schnitt nur zu etwas mehr als 50 Prozent ausgelastet ist? Oder wenn in der Kultur-Stadt Basel die grosse Bühne des Theaters im Schnitt bloss zur Hälfte voll ist?

Ja, es läuft etwas falsch.

Denn das Mindeste, was man bei stark subventionierten Häusern verlangen kann, ist Publikum. Und das hat zumindest im Pfauen und in Basel letztes Jahr gefehlt.

Vor ein paar Jahren hat der Kultur-Chef einer grossen Schweizer Tageszeitung dem Theater vorgeworfen, es sei nicht mehr relevant. Die Theater-Szene heulte ohrenbetäubend auf. Relevanz lässt sich nicht in Zahlen messen. Aber sie lässt sich auch nicht nur über Branche-Auszeichnung und Schulterklopfen durch Szenekollegen bewerten.

Natürlich ist es schön, wenn Schweizer Produktionen an den Berliner Theatertreffen Preise erhalten. Aber um jene Lügen zu strafen, die dem Theater mangelnde Relevanz vorwerfen, wären auch volle Säle von Vorteil.

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