Keine Antenne für den Hotelgast

Die Nachricht: Nur 28 Prozent der Schweizer Hotels bieten im Zimmer Gratis-WLAN an. Im Europa-Vergleich liegt die Schweiz auf dem 15. Rang.

Der Kommentar: Der Hotelgast, ob Geschäftsreisender oder in der Freizeit unterwegs, will im Zimmer sein Smartphone oder iPad zücken, E-Mails, News und Social-Media-Einträge checken, den Fahrplan konsultieren. Sofort. Stets. Und gratis. Nicht erst seit gestern. 60 Prozent der Hotelgäste erachten diesen Service als unerlässlich, lange vor einem Gratis-Parkplatz oder Late-Check-out.

Klar, für Hoteliers ist die Ausganglage schwierig. Investieren sie in eine Breitband-Infrastruktur, die ein hohes Datenvolumen ermöglicht, schlägt sich das in einem fünfstelligen Betrag nieder. Wollen sie diese Investition via Zimmerpreise einspielen, müssen sie diese deutlich erhöhen, was sich bei den Buchungen negativ auswirkt – weil sie etwa im Ranking auf den Hotelportalen wegen höherer Zimmerpreise schlechter gelistet werden.

Doch gerade Hotelportale wie Booking.com oder HRS.com schneiden ihnen derzeit den finanziellen Schnauf ab mit anfallenden Kommissionen von 15 bis 25 Prozent. Wenn Hoteliers den Direktvertrieb fördern würden, etwa mit einer besseren Web-Präsenz und attraktiven Direktbuchungs-Preisen, könnten sie sich aus der Portal-Abhängigkeit befreien, den Stammgäste-Anteil wieder erhöhen und in nötige Services wie Gratis-WLAN investieren.

Der Wille, das Budget und das technologische Flair, um dem heutigen Hotelgast auf Augenhöhe zu begegnen, fehlt aber noch vielerorts. Schade. Denn in Zukunft wird der Anteil technologie-affiner Gäste noch zunehmen, die man mit Top-WLAN oder Annehmlichkeiten wie Smartphone-Dockingstations begeistern könnte.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!

Artboard 1