Der Kommentar: Gleich vorweg – ich finde die Idee der Spielgruppe fantastisch. Nur zu gerne will ich, dass mein zweijähriger Sohn, der nicht in die Krippe geht, jede Woche für ein paar Stunden mit anderen Kindern spielt. Vielleicht schicke ich ihn in die Waldspielgruppe, wo er bei jedem Wetter in der Natur herumstapft.

Oder in die Kreativ-Spielgruppe, wo die Kinder musizieren, malen,kneten und kleben. Und gab es nicht auch eine Sprach-Spielgruppe, wo die Leiterin nur Chinesisch mit den Kindern spricht?

Egal, wofür ich mich letztlich entscheide: Am wichtigsten ist mir die Sicherheit. Ich muss mich darauf verlassen können, dass mein Kind gut aufgehoben ist. Dass die Leiterin weiss, wie man mit zehn spielenden, herumspringenden und manchmal schreienden Kindern umgeht. Dass sie eine entsprechende Ausbildung absolviert hat. Dass sie eine kompetente Assistentin zur Seite hat. Und dass die Räume, in denen die Spielgruppe stattfindet, kindgerecht und kindersicher sind.

Dass dies bislang nicht kontrolliert wird, ist erschreckend. Schliesslich braucht jede Kinderkrippe und jeder Hort eine Bewilligung. Der erste Entwurf der Verordnung über die ausserfamiliäre Betreuung von Kindern des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements sah sogar vor, dass Grosseltern und Götti, die regelmässig Kinder hüten, eine amtliche Erlaubnis brauchen. Auch wenn dieses Vorhaben weit über das Ziel hinausschoss – es zeigt, wie hoch das Sicherheitsbedürfnis der Eltern in Sachen Fremdbetreuung ihrer Kinder eingestuft wird.

Deshalb ist es gut, dass der Verband der Spielgruppenleiterinnen nun selbst die Initiative ergreift und die Gemeinden einbeziehen will. Spielgruppen sollen sich registrieren und bestimmte Qualitätskriterien erfüllen müssen, um eine Bewilligung zu erhalten. So soll dem Wildwuchs ein Ende gesetzt werden, der auch dem Verband ein Dorn im Auge ist. Denn von guten Spielgruppen profitieren nicht nur die Leiter, sondern die Eltern, die sich sicher fühlen können – und vor allem die Kinder.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!