Das sass. Und dies in einem Blatt, das – selbstredend – den Anspruch auf Weltintelligenz erhebt. Im Visier der Stadlerschen Attacke: Marc Walder, CEO des Ringier-Konzerns, und Martin Spieler, Chefredaktor der «SonntagsZeitung». Die beiden hatten sich in dessen Blatt Gedanken gemacht, inwiefern der Weltimperator Google kostenlos fremde Texte verlinken darf. Und sich dabei erdreistet, nach Lösungen zu suchen.

Das Zauberwort heisst Leistungsschutzrecht. Ein sperriger Begriff mit viel Zündstoff. Anders ausgedrückt: Warum soll Google auf Kosten unserer notleidenden Medien prosperieren? Für Walder eine «moderne Art des Diebstahls» – in digitaler Form.

Trotz Weihnachten soll es aber mit Geschenken vorbei sein. In Verlegerkreisen – vor allem in Deutschland – erwärmt man sich für die Idee einer Google-Gebühr. In Notzeiten dürstet man nach jeder Geldquelle; sogar dann, wenn es den «Gipfel der Bizarrerie» erreicht, wie Stadler schreibt. So erstaunt es wenig, dass Walders Kampfansage gegen Bösewicht Google bei andern Verlegern noch mehr Zustimmung fand als Kates Baby in England.

Auch bei NZZ-CEO Polo Stäheli, wie er auf «persoenlich.com» erklärte. Vor bald fünf Jahren setzte sich Stäheli gegen seinen Starjournalisten durch: Bei seinem Amtsantritt 2008 übernahm er Stadlers Büro im obersten Stockwerk des NZZ-Gebäudes. Man lerne: Weitsicht kommt manchmal vor Intelligenz.

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