Was die Schweiz in diesen schwierigen Zeiten wirtschaftlich starkmacht, ist der einzigartige Mix von Unternehmen und Branchen, die sich gegenseitig befruchten, von Grosskonzernen und kleinen Innovationsunternehmen. Da ist die Uhrenindustrie, die in den letzten Jahren Tausende von neuen Stellen geschaffen hat. Sie profitiert von einem scheinbar nicht enden wollenden Boom in Asien, der immer neue Käufer von teuren Luxusuhren schafft.

Da ist die Basler Pharmaindustrie, die einen weltweiten Spitzenplatz in der Erforschung neuer Arzneien einnimmt. Aber auch die klassische Grossindustrie ist in der Schweiz lebendig: So spricht es eine deutliche Sprache, wenn ein Industriegigant wie Alstom aus dem staatsdirigistischen Frankreich ausgerechnet in der Schweiz 300 neue Stellen schaffen will.

Und ja, es gibt auch den Bankenplatz Schweiz, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Ob es den zerstrittenen Bankiers gelingt, aus der geschützten Werkstatt auszubrechen und sich ohne strukturellen Wettbewerbsvorteil, der ihnen das Bankgeheimnis jahrzehntelang geboten hat, international an der Spitze zu behaupten, ist fraglich. In der derzeitigen Verfassung der Branche ist leider Skepsis angesagt.

Nichtsdestotrotz: Die Banken werden auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Gedeih der Schweizer Wirtschaft und des Werkplatzes leisten. Zwar in geschrumpfter Grösse, weil sie sich sukzessive aus dem Casinobanking und der Verwaltung von Schwarzgeldern verabschieden müssen. Es ist zu hoffen, dass es einem entschlackten Bankenplatz künftig besser gelingt, seinem Leistungsauftrag nachzukommen – nämlich der Versorgung der Realwirtschaft mit Kapital und Liquidität.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!