Der Kommentar: Orange- und Grünland sind im Krieg. Das Militärpolizeibataillon MP Bat 1 muss die Sicherheit einer Konferenz europäischer Geheimdienst- und Armeechefs gewährleisten. Die Bundesversammlung hat dafür Aktivdienst angeordnet. Terroristen schmuggeln eine Bombe in einem Kuchen in die Konferenz, ein Fahrzeug durchbricht den äusseren Sicherheitsring.

So weit, so gut. Typische Armee-Szenarien. Entlarvt wird die Übung «Paper» durch ein Dokument aus der Übung: Ein Bild im «Schweizer Soldat» zeigt Soldaten in Helmen, die mit einem Transparent eine Demonstration imitieren. «Kampf dem Kapital», heisst es darauf. Und: «Das WEF ist überall. Der Widerstand auch!» Das Bild bereitet heute sowohl Kommandant Thomas Armbruster, zivil immerhin Kripochef der Zuger Polizei, als auch der gesamten Armeeführung Bauchschmerzen. Beide Parteien betonen, dieses Bild hätte so nicht gedruckt werden dürfen. Der Slogan sei falsch für «Paper».

Nur gerade zwei Monate ist es her, da hatte Armeechef André Blattmann in einem «Sonntag»-Interview gesagt: «Für mich ist völlig klar, dass die Armee nicht gegen Demonstrationen im Innern eingesetzt wird.» Es sei «ausgeschlossen, dass wir gegen eine Demonstration eingesetzt würden. Ausgeschlossen.» Auf die Konklusion, das sei eine sehr klare Aussage, hielt Blattmann im Interview fest: «Sie ist eindeutig.»

Und nun dies. Kein Wunder, ist die Gruppe Schweiz ohne Armee GSoA alarmiert. Und sind selbst Bürgerliche irritiert. Die Frage, was die Armee im Innern genau tun darf, muss nun von Chefseite geklärt werden: von Verteidigungsminister Ueli Maurer und Justizministerin Simonetta Sommaruga.

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