Der Kommentar: Der Jubel war gross, als die Schweiz vor knapp drei Wochen den Abschluss der langwierigen Steuerverhandlungen mit Deutschland bekannt gab. Diese Woche konnten die Schweizer Unterhändler ein ähnliches Steuerabkommen mit Grossbritannien abschliessen.

Es seien in der Gesamtheit gute Deals, da mit der Abgeltungssteuer der automatische Informationsaustausch verhindert werden konnte, schreibt die Bankiervereinigung in praktisch gleichlautenden Communiqués. Das Bankgeheimnis sei gerettet, die Anonymität der ausländischen Kunden gewahrt.

Doch die Freude der Privatbankiers dürfte nur von kurzer Dauer sein. Denn wie sich jetzt herausstellt, steht der Bankenplatz Schweiz kurz vor einer vernichtenden Niederlage – zugefügt von den Amerikanern, die den letzten Rest des Bankgeheimnisses in den Tiefen des Ozeans versenken.

Der Bundesrat schreibt in einem geheimen «Zusatzbericht» zum neuen DBA, dass die Schweizer Banken auf Basis von «Verhaltensmustern» Daten an die US-Steuerbehörden liefern müssen. Damit werden de facto Rasterfahndungen legalisiert. Damit fliessen nochmals Tausende von Kundendaten nach Amerika — das ist unerträglich.

Noch schlimmer aus Sicht der Schweiz ist, dass der Bundesrat einmal mehr einer Grossbank zu Hilfe eilt. Diesmal nicht der UBS, sondern der Credit Suisse, gegen die das US-Justizministerium eine Untersuchung eingeleitet hat. Das neue DBA wird damit zu einer «Lex CS» – ein Freudentag ist das nicht.

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