Gewiss, die Festtage lagen heuer günstig. Und die Pistenverhältnisse waren aussergewöhnlich gut. Doch wenn die Gästezahlen in grossen Wintersportorten 40 Prozent höher liegen als letztes Jahr, spricht das Bände. Und straft die Prognostiker aus den Tourismusverbänden Lügen, die für diesen Winter vor einem dramatischen Einbruch warnten. Zumal die Buchungszahlen für die Winterferien im Februar nun ebenfalls Gutes verheissen.

Jammern auf Vorrat gehört in einer Branche, die sich an das süsse Gift von Subventionen gewöhnt hat, zum Geschäft. Allein Schweiz Tourismus bekommt für die Jahre 2012 bis 2015 mehr als 200 Millionen Franken Steuergelder. Viele Bergbahnen gehören der öffentlichen Hand – allzu gut darf es ihnen nicht gehen, sonst drohen Beitragskürzungen. Die Jammer-Strategie kennen wir aus anderen Branchen, die Staatsgeld wollen: aus der Landwirtschaft, neuerdings auch aus der Medienbranche, wo einige Verlage nach staatlicher Förderung rufen.

Doch es sind nicht Subventionen, die sicherstellen, dass unsere Tourismusgebiete auch in Zukunft Erfolg haben. Sondern innovative Ideen. Hier gibt es ermutigende Beispiele (siehe Artikel links). Ein gutes Zeichen ist, dass familienfreundliche Angebote, die diesen Winter unter der Krisenangst an manchen Orten eingeführt werden, Erfolg haben. Fachleute erklären die erstaunlich guten Buchungszahlen auch damit. Es geht eben doch – Familien brauchen nicht mehr unbedingt nach Österreich zu fahren, um Geld zu sparen.

Der gute Start in die Saison zeigt aber auch eines: Die Konjunktur in der Schweiz bleibt trotz der widrigen Umstände in Europa robust. Denn vor allem bei den Schweizer Gästen legen die Wintersportgebiete zu. Wir sind daran, die Krise aus eigener Kraft abzuwenden.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!