Antwort von Oswald Grübel: Jahrmarkt der Eitelkeiten – so werden die «Davoser Festspiele» oft betitelt. Aber ist das alles, was man darüber sagen kann? Natürlich nicht. Das WEF ist eine Konstruktion, die es so in keinem anderen Land gibt, obwohl oft versucht wurde, sie zu kopieren – auch von den WEF-Veranstaltern selbst.

Für die Einmaligkeit des WEF gibt es mehrere Gründe. Der Hauptgrund ist, dass etwas Derartiges nur hierzulande organisiert werden kann. Die demokratisch oder nicht demokratisch gewählten Volksvertreter und Wirtschaftsgrössen haben in der Schweiz im Vergleich zum Ausland weniger oder gar nicht um ihr Leben zu bangen. Für sie ist unser Land noch eine heile Welt – zu Recht. Wir Schweizer sollten alles daransetzen, dass es auch so bleibt. Denn das ist der wirkliche Magnet für das WEF in Davos.

Es sind nicht die eher grossspurigen Veranstaltungs-Titel oder das, was in den Foren diskutiert wird. Daran werden die meisten sich schon nicht mehr erinnern, wenn sie am Sonntag Davos wieder den Einheimischen überlassen. Sondern die Möglichkeit, sich sorglos mit mehr oder weniger Gleichgesinnten treffen zu können, der durch die auftretende Prominenz erreichte Kultstatus, die Höflichkeit unserer Politiker, den anderen das Podium zu überlassen. Der Kultfaktor hat in den letzten Jahren extrem zugenommen und das WEF zu einem höchst einträglichen Geschäft für die Veranstalter gemacht. Auch wird das Podium immer mehr höchst fragwürdigen Personen gegeben.

Hoffen wir, dass das nicht zu einer weiteren Verwässerung der Ernsthaftigkeit führt. Für unseren Staat ist es bis jetzt allemal die ca. 30 Millionen wert, die es kostet, denn es steigert den Wert der Marke «Schweiz» Jahr für Jahr.

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