Jahrmarkt der Diktatoren

Man traut seinen Augen und Ohren nicht mehr bei allem, was wir in den letzten Tagen über Syrien zu sehen und zu hören bekommen haben. Fazit ist, dass wir in der westlichen Welt so weichgespült sind, dass es uns egal ist, ob ein Diktator Völkermord begeht, vorausgesetzt er lässt uns in Ruhe.

Es ist beschämend für alle Staaten, die einfach nur zusehen und sogar davor warnen, diesen Diktator militärisch anzugreifen und zu entfernen. Wie konnte es zu solch einer feigen Haltung kommen? Vor noch nicht allzu langer Zeit hatten wir einen Weltpolizisten, die USA, der dafür sorgte, dass terroristische und diktatorische Auswüchse sich in Grenzen hielten. Das passte uns Europäern, denn wir waren fein raus.

Seit Obama Präsident der Vereinigten Staaten ist, können wir einen Rückzug aus dieser Rolle feststellen, auch wenn er gerade Unterstützung sucht für einen Militärschlag gegen Syrien. Die Amerikaner sind nach den schlecht geführten Kriegen in Irak und Afghanistan müde geworden und wollen sich nicht mehr auf weitere Risiken im Ausland einlassen.

Die europäischen Staaten, mit wenigen Ausnahmen, propagieren eine diplomatische Lösung mit Syrien. Kann man diplomatisch verhandeln mit einem Völkermörder? Es schreit zum Himmel, dass selbst Deutschland dem US-Präsidenten die Unterstützung verweigert. Wahlkampf hin oder her, so behandelt man keine Freunde, denen man sein Überleben zu verdanken hat.

Und was sind wir überhaupt für eine Gesellschaft, die zwar Ethik und Kultur predigt, aber davor zurückschreckt, danach zu handeln. Alle Terroristen und Diktatoren jubeln. Sie können wieder auf die moralische Schwäche des Westens setzen, und ich bin überzeugt, dass sie es voll ausnutzen werden. Gott helfe uns.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!

Artboard 1