Der Kommentar: Paris hat uns gezeigt, worum es den Terroristen geht: Angst und Schrecken verbreiten, zerstören, was unsere Werte und unsere Kultur definiert. Eine Woche nach dem Attentat tanzten die Pariser Hand in Hand auf den Plätzen und demonstrierten damit: Von uns bekommt ihr nicht, was ihr wollt.

Dschihadismus-Experten sagen, die Verhüllungsinitiative könnte Fundamentalisten zu Drohungen animieren. Sich deswegen einschüchtern zu lassen, wäre falsch. Das wäre ein Zugeständnis an die Barbaren des sogenannten Islamischen Staats. Und trotzdem sollte die Initiative fallengelassen werden. Denn sie war von Beginn weg eine schlechte Idee. Nun, nach den Anschlägen in Paris, ist sie noch unangebrachter. Denn so wie es nicht Zeit für Einschüchterung ist, ist es ebenso wenig Zeit, mit reisserischer Propaganda Stimmung gegen Muslime zu machen.

Obwohl die Formulierung der Initiative offen ist und auch auf vermummte Demonstranten bezogen werden kann, hat sie das eigentliche Ziel, religiös motivierte Gesichtsverhüllungen zu verbieten. Ein solches Verbot hat wenig mit der Realität zu tun. Denn religiös motivierte Gesichtsverhüllungen sind in der Schweiz unproblematisch, da sie sehr selten anzutreffen sind.

Vielmehr schürt ein Verbot das Misstrauen in den Islam und die Muslime. Und im Endeffekt wird das Misstrauen die Unerwünschten wiederum radikalisieren.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper