Hartgesottene Bankenlobbyisten in der Schweiz haben das Ende längst kommen sehen. Sie haben erkannt, dass das Bankgeheimnis, das einst dick und fett machte, wie der verstorbene Bankier Hans J. Bär schrieb, zum lebensbedrohlichen Problem geworden ist. Zermürbt und demoralisiert nach einem dreijährigen Abnützungskrieg mit den Amerikanern, wird die Grossbank Credit Suisse in diesen Tagen eine Kapitulationsvereinbarung unterschreiben.

Was gewinnt die Schweiz? Sie wird zum wohlgelittenen Partner für Finanzfragen, wie OECD-Steuerchef Pascal Staint-Amas im Interview andeutet. Wir seien «auf gutem Weg», von der Landkarte der Steueroasen gestrichen zu werden. Doch was geschieht mit dem Finanzplatz, der mit dem Verkauf von Diskretion in der Vergangenheit viel zu einfach eine goldene Nase verdiente? Klar ist: Der Wettbewerb wird in Zukunft deutlich härter. Künftig zählen nur noch Performance und Dienstleistungsqualität. Die Banken sind schlecht auf diesen Wandel vorbereitet. In kürzester Zeit müssen sie das angefressene Fett in Muskelmasse umwandeln. Das wird eine brutale Fitnesskur. Manche werden auf der Strecke bleiben.

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