Der Kommentar: Es gab Zeiten, da trauten sich Manager in die mediale Höhle des Löwen. UBS-Chef Marcel Ospel hatte 2001 einen legendär gewordenen Auftritt in der «Arena», als er die Rolle der UBS beim Grounding der Swissair verteidigte. In den letzten Jahren aber sind Auftritte von Topmanagern in der «Arena» immer rarer geworden.

Beim Abstimmungskampf um die Volksinitiative «gegen die Abzockerei» fehlten die Schweizer Firmenlenker vollständig. Kein Manager, der sich im Visier von Thomas Minders Begehren befand, exponierte sich im Abstimmungskampf. Stattdessen schickten sie Verbandsvertreter in den politischen Nahkampf. Mit dem bekannten Resultat: Die Abstimmung ging haushoch verloren.

Die nächste Abstimmung, welche die Freiheit der Wirtschaft weiter beschneiden will, steht bereits vor der Tür. Die 1:12-Initiative der Jungsozialisten verlangt, dass in einem Unternehmen der höchste Lohn das Zwölffache des tiefsten Lohnes nicht übersteigen darf. Die Initiative führt de facto einen Lohndeckel für Konzernchefs ein, der bei rund 500 000 Franken liegen dürfte.

In der «Arena»-Sendung vorgestern Freitag fand ein erstes Kräftemessen statt. Für Zuschauer, die gegen die Initiative sind, war erschreckend zu sehen, wie schlecht sich FDP-Präsident Philipp Müller und der SVP-Nationalrat und Gewerbeverbandspräsident Jean-François Rime verkauften. Es zeigte sich, dass sie die grössten Schweizer Konzerne, die durch die Initiative massiv geschädigt werden, nicht glaubwürdig und wirksam vertreten können. Es ist an der Zeit, dass sich die CEOs endlich wieder der Konfrontation stellen. In ihrem eigenen Interesse.

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