Der Kommentar: «Deutschland schafft Ökostrom-Rekord», titelte diese Woche das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Erstmals stammen mehr als ein Fünftel des erzeugten Stroms bei unserem nördlichen Nachbarn von Windrädern und Solarzellen. 20,8 Prozent, um genau zu sein. Im ersten Halbjahr 2010 waren es erst 18,3 Prozent.

Der beherzte und unmissverständliche Entscheid von Kanzlerin Angela Merkel, aus der Atomenergie auszusteigen, sorgt bei den erneuerbaren Energien für einen Boom. Das Ziel der Deutschen ist klar festgelegt: Bis 2020 soll der Anteil Ökostrom an der gesamten Energieversorgung 35 Prozent betragen.

Und in der Schweiz? Hier verwenden mächtige Atom-Politiker immer noch ungeheuer viel Energie darauf, an der Atomtechnologie festzuhalten. Sie bremsen, tricksen und schwindeln, um den Ausstieg zu verwässern. Die Konsequenzen sind fatal.

Im Schatten der Atom-Lobby entsteht kein Solarstrom. Um einen Boom auszulösen wie in Deutschland, braucht es klare Signale aus der Politik. Allein der Beschluss des Bundesrats, den Ausstieg zu wagen, gab den Anstoss für das visionäre Projekt, 750 Kilometer Schweizer Autobahn mit Solarpanels zu überdachen. Und damit so viel Strom zu produzieren wie das AKW Gösgen.

Jetzt wollen SVP, FDP und Teile der CVP diesen ersten Schub in Richtung Zukunft wieder abmurksen. Um später sagen zu können, sie hätten ja immer gesagt, es gäbe keine Alternativen zu AKW. Darauf gibt es nur eine Antwort: Den Bremsern gehört in den bevorstehenden Wahlen der Stecker gezogen.