Dass Ranglisten und Vergleiche heikel sind, wenn es um Leben und Tod geht, ist klar. Wenn ein Universitätsspital vorwiegend schwerstkranke Patienten behandelt, wird es bei der entsprechenden Operation eine höhere Sterblichkeitsrate ausweisen als andere Kliniken. Doch wir leben im Zeitalter von «Big Data», es gibt immer verlässlichere Instrumente, um Qualität zu messen, differenziert auszuwerten und einfach darzustellen. Es fehlt weniger an den Möglichkeiten als am Willen der Gesundheitsbehörden und der Spitäler. Noch immer gibt es Bremser.

Dieser Widerstand ist nicht mehr nachvollziehbar. Denn Transparenz hilft nicht nur dem Patienten bei der Spitalwahl, sondern – viel wichtiger – sie kann auch die Qualität verbessern. Zu viele Krankenhäuser machen heute alles, statt sich zu spezialisieren. Obwohl unbestritten ist, dass hohe Fallzahlen die Qualität bei Eingriffen erhöhen. In der Politik sind solche Erkenntnisse oft nicht das entscheidende Thema: Geht es um Spitäler, stehen auch im Jahr 2015 oft Standortfragen und die Regionalpolitik statt Qualitätsüberlegungen im Vordergrund. Das zeigen zurzeit die Spitaldebatte in der Region Basel und die Rieseninvestitionen, die im Kanton St. Gallen anstehen. Selbst die Schliessung von schlecht ausgelasteten Kliniken ist vielerorts politisch nicht durchsetzbar.

Solange das Gesundheitswesen eine Dunkelkammer bleibt, wird sich daran wenig ändern. Dabei haben wir als Patienten, als Versicherte und als Steuerzahler alles Interesse, nicht unbedingt so nah wie möglich behandelt zu werden. Sondern so gut wie möglich.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper