Der Kommentar: 2479 Artikel, in denen der Begriff «Managed care» enthalten ist, erschienen in den letzten zwölf Monaten in Schweizer Zeitungen. Aber versteht jetzt irgendjemand, was diese Wörter genau bedeuten, über die wir letzten Sonntag abgestimmt haben? An einem Podium polterte ein Bürger: «Ich bin sowieso gegen Manager!» Der Beamte oder Politiker, welcher der Gesundheitsreform diesen Namen gegeben hat, steht am Anfang des Debakels.

Die Behörden sollten bei der Benennung ihrer Vorlagen von den Volksinitiativen lernen. Alle 19 Initiativen, die angenommen wurden, trugen verständliche und griffige Titel: «Zweitwohnungs-Initiative», «Ausschaffungs-Initiative», «Minarett-Initiative» sind die aktuellsten Beispiele. Nun dürfen Behörden keine Propaganda machen, aber klare Begriffe aus unseren Landessprachen, die wären durchaus erlaubt.

Die Behörden haben die englische Krankheit in der Wirtschaft aufgelesen, wo sie seit den 90er-Jahren grassiert («Outplacement», «Core competence», «Process management»). Lächerlichstes Beispiel war die Umbenennung des Zürcher Flughafens in «Unique», nur wenig besser ist die Bezeichnung «Railcity» für die SBB-Bahnhöfe. Und nun also der Staat! Da versammelt sich die «Task-Force» um den «Round Table», um über «Too big to fail» zu verhandeln. Es werden «Public Private Partnerships» gegründet, Strategien für «E-Government» entwickelt, und ein FDPler fordert im Parlament das «Outsourcing» des «Facility Managements» des Bundes.

Nach dem Nein zu «Managed care» setzen Politiker nun – kein Witz! – Hoffnungen in «Chronic care» und «Diagnosis Related Groups», kurz DRG. Da hilft nur noch ein «Care team». Hört auf damit! Oder, damit es unsere Behörden verstehen: Stop it!

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