Der Kommentar: SNB-Präsident Thomas Jordan ist unter Druck. Erstens: Seit der Aufhebung der Eurountergrenze zum Schweizer Franken sind die Devisenbestände weiter angeschwollen. Vor zwei Jahren hob er sie auf, weil er angesichts der massiven Interventionen Angst um seine Bilanz hatte. Doch wie die Statistiken zeigen, sind die Bestände seither nicht kleiner geworden – im Gegenteil. Die Devisenreserven befinden sich auf Rekordniveau und übersteigen inzwischen sogar die Schweizer Wirtschaftsleistung.

Zweitens: Die milliardenschweren Interventionen sind nicht nur ein Risiko für die SNB-Bilanz, sondern werden zu einer aussenpolitischen Hypothek für die Schweiz. Im Oktober setzte die US-Notenbank die Schweiz auf die Watchlist jener Länder, die ihre Währungen manipulieren. Der designierte Präsident Donald Trump hat wiederholt klargemacht, dass er gegen Währungsmanipulatoren hart vorgehen will. Was immer das für unser Land bedeutet, man wird es in den nächsten Wochen und Monaten sehen. Klar ist, dass die Lage für die Schweiz sicher nicht einfacher wird.

Thomas Jordans Optionen werden kleiner. Mit Blick auf die anschwellende Bilanz und die neue politische Ausgangslage in den USA dürfte er in Zukunft zurückhaltender intervenieren. Seine Aussage, wonach er nicht nur den Euro im Auge hat, sondern die «gesamte Währungssituation», wird als erstes Anzeichen in diese Richtung interpretiert. Das zuletzt leichte Erstarken des Frankens deutet in dieselbe Richtung. Setzt sich diese Entwicklung fort, wird 2017 für kein einfaches Jahr für die Wirtschaft, besonders für den Tourismus und Exportfirmen.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper.