Gute Nachricht für die Schweiz

Da kommt ein Unternehmen mit bestem Ruf in die Schweiz, und unsere Politiker kriegen kollektives Zähneklappern. Sie warnen davor, dass die EU (eben hat diese den Friedensnobelpreis erhalten) der Schweiz den Krieg erklären könnte und entschuldigen sich für unsere tiefen Steuern. Am liebsten würden sie Coca-Cola zurück nach Athen schicken.


Es ist der typische helvetische Reflex, den wir aus der Finanzplatz-Debatte kennen. Politiker – bis weit ins bürgerliche Lager – schämen sich dafür, dass wir in der Schweiz einiges besser machen als die EU, dass wir einen gesunden Staatshaushalt, attraktive Standortbedingungen und vernünftige Steuersätze haben. Unschwer abzusehen, was als Nächstes kommt: Bundesbern knickt ein, gibt Vorteil um Vorteil preis. Hauptsache, wir sind mit der EU gut gestellt.

Es hat etwas Hochmütiges, ja Arrogantes, wenn man sich zu fein ist, für die Interessen des eigenen Landes zu kämpfen. Der Schweiz ging es vor hundert Jahren nicht besser als anderen europäischen Staaten; der Wohlstand musste erarbeitet und durch kluge Politik gefördert werden. Diese Erfolgsstory ist kein Selbstläufer.

Dass griechische Firmen ihre Heimat verlassen (auch Richtung Luxemburg und Irland), ist nicht die Schuld der Schweiz. Bezeichnenderweise zeigten viele Griechen am TV Verständnis für Coca-Cola. Sie sind eben nicht so hochmütig wie manche Schweizer Politiker.

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